brick of the gaschamber wall:
Öl auf Leinwand; 60x60 cm; 16.04.2003

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Für mich gibt es keinen extremeren Ort der Weltgeschichte als Auschwitz. Nirgendwo auf der Welt verdichtet sich menschliches Handeln in solch extremer Weise wie an diesem Ort. Wenn wir genauer nachfragen, so stoßen wir in Auschwitz auf das Vernichtungslager Auschwitz II, auf das Lager Birkenau. Und wenn wir uns dort befinden, dann konzentriert sich alles auf die Gaskammern dieses Lagers. Nichts in der Welt ist mit solch extremer Bedeutung bedacht wie die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau. Wenn wir diese Gaskammern genauer betrachten, so bestehen sie vor allem aus ihren Wänden und darin aus den Ziegelsteinen, die das Innere der Gaskammern hermetisch vom Äußeren der übrigen Welt trennen. Die dichteste Materie der Weltgeschichte sind die Ziegelsteine der Gaskammern des Lagers von Auschwitz-Birkenau.

Genau eine Woche bevor ich dieses Bild malte war ich zum ersten mal in Auschwitz. Am Ende unseres Besuches in Birkenau stand ich auf den Ruinen der gesprengten Gaskammern und betrachtete die Schutthaufen unter mir. Überall lagen Steinbrocken herum. Ich nahm einen Ziegelstein und hob ihn auf, danach den nächsten. Es waren Reste von Ziegelsteinen, zwei rotbraune Bruchstücke, bereits leicht von Moos befallen. Ich spürte sofort die Faszination, die sie auf mich ausstrahlten. Kurzzeitig dachte ich daran, einen Stein mit nach Hause zu nehmen, doch ich entsann mich rasch der Sinnlosigkeit eines solchen Vorhabens. So warf ich beide Steine wieder weg.

Seit meinem Besuch in Auschwitz habe ich kein Bild gemalt. Ich wusste nicht, wie ich das, was ich dort erlebt hatte, in geeigneter Form verarbeiten könnte. Als ich vor zwei Tagen stundenlang vor dem Kaminfeuer saß und die Flammen betrachtete, begann sich meine Vorstellung zu verdichten. Und so wurde "brick in the gaschamber wall" präsent. Ich sah das Bild vor mir und wusste den Titel dazu. Ich wusste, dass ich mit Blau beginnen und danach Rot auftragen würde, später auch ein wenig Gelb. Und ich stellte mir das Braun vor, das entstehen könnte und das Grün durch das hinzugefügte Gelb. Das Format war mir ohnehin klar, ein Quadrat vom Ausmaß 60x60cm, welches ich in letzte Zeit fast ausschließlich gebrauchte. Mir war klar, dass ich ein Rechteck stilisieren und dieses anfangs mit dem Pinsel nicht verlassen würde. Mehr wusste ich noch nicht.

Ich ahnte, dass dies nicht das Ende sein dürfte. Aus "brick in the gaschamber wall" müsste "brick of the gaschamber wall" werden. Die Steine in der Wand sind zu Steinen aus der Wand geworden. Die Gaskammern von Birkenau sind gesprengt. Die Steine können wieder atmen. Und so ist heute dieses Bild entstanden.

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